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Wie ungesunde Mundatmung auch Kieferfehlstellungen verursachen kann

Sauerstoff ist des Menschen wichtigste Lebensgrundlage. Über Mund und Nase wird er kontinuierlich aufgenommen. Bei den täglich rund 25.000 Atemzügen haben beide Atemwege ihre besonderen Funktionen. Mundatmung erleichtert beispielsweise das parallele Sprechen oder kann durch geringen Strömungswiderstand bei Anstrengungen schnell viel Sauerstoff in den Körper holen. Die Nasenatmung hat aber noch wichtigere Aufgaben.

Die Nasenatmung bereitet die Atemluft für die Lunge auf und filtert Schadstoffe, Staub oder Krankheitserreger heraus und erwärmt oder befeuchtet die Luft, bevor sie tiefer in den Körper fließt. Dabei arbeitet der gesamte Nasen-Rachen-Raum mit den Nasennebenhöhlen zusammen. Sie fügen dem eingeatmeten Sauerstoff Stickstoffmonoxid zu, das die Sauerstoffverteilung im ganzen Körper fördert. Nasenatmung erhält dadurch entscheidende Bedeutung für den ganzen Organismus.

So kommt es zur Mundatmung

Bei einem gesunden Menschen harmonieren Mund- und Nasenatmung optimal. Schon Allergien oder eine verstopfte Nase durch Erkältung führen zu einer Verschiebung hin zur überwiegenden Mundatmung. Vorübergehend hat das keine Folgen. Bei chronischen Allergien, Nasennebenhöhlenentzündung oder Asthma wird jedoch die Mundatmung besonders im Schlaf, aber auch schon bei leichten Belastungen zum Dauerproblem. Besondere anatomische Strukturen in der Nase, einige Kieferformen oder -fehlstellungen und Stress sind weitere Auslöser der Mundatmung. Dazu zeigt sich schon bei vielen kleinen Kindern in den ersten Lebenswochen oder -monaten ein Hang zur Mundatmung. Genau wie bei Erwachsenen besteht jetzt dringender Handlungsbedarf, denn die Auswirkungen längerer Mundatmung sind schwerwiegend und weitreichend.

Folgen der Mundatmung

Für Erwachsene wie Kinder hat Mundatmung die gleichen pathologischen Folgen. Beide entwickeln ungesunde Blutgase, während die Sauerstoffversorgung von Gehirn und anderen Organen im Körper unterdurchschnittlich bleibt. Kinder beeinträchtigt das schon in ihrer Entwicklung. Bei Erwachsenen steigt das Risiko schwerer Erkrankungen von Asthma bis zu Herz-Kreislauf-Krankheiten. Zusätzlich leidet die Mundgesundheit. Viel mehr Bakterien erreichen den Mundraum. Der ist bei der Mundatmung besonders trocken und fehlender Speichel erleichtert es Bakterien, Zahn- und Zahnfleischerkrankungen auszulösen. Genauso gravierend sind die Auswirkungen auf den Kiefer.

Kieferfehlstellungen durch Mundatmung

Unter Mundatmung bildet sich der Kiefer bei Kindern fehlerhaft aus und entwickelt auch noch im Erwachsenenalter Kieferfehlstellungen. Er verlagert sich nach hinten, was die ungesunde Atmung weiter fördert. Das Gesicht wird länger und schmaler, Zähne werden schief. Oft kommt es zu unbewussten Gegenreaktionen wie Zähneknirschen, Zusammenpressen der Zähne oder einem Vorschieben des Kiefers. Das alles verstärkt wiederum die Schäden an Zähnen oder Kiefergelenken. Erst genaue Diagnosen können ein ganzheitliches Krankheitsbild erfassen, um damit in einer umfangreichen Therapie Fehlstellungen zu korrigieren, Zahnschäden und weitere Ursachen zu beheben und damit schließlich auch einen Weg weg von der ungesunden Mundatmung zu eröffnen.